Aktuelles

07. April 2017

Mitgliederversammlung tagte in Kiel

aktuell keine Tarifauseinandersetzung in Schleswig-Holstein

Bewegung im Inneren, nach außen (noch) relative Ruhe

Mitgliederversammlung 2017; Foto Pat Scheidemann

Tarifstreitigkeiten sind aktuell nicht auszufechten und nach dem bei Kieler Nachrichten und Lübecker Nachrichten in den Vorjahren eingeleiteten Stellenabbau ist es auch in dieser Hinsicht derzeit vergleichsweise ruhig bei uns im Land. Was sich schnell ändern kann, wie Arnold Petersen am 4. April vor den im Wissenschaftszentrum Kiel versammelten Mitgliedern betonte. Der Redakteur der Lübecker Nachrichten war auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung im November 2016 zum Landesvorsitzenden gewählt worden und berichtete für den fünfköpfigen Vorstand über Entwicklungen in der Branche und im DJV. Ehrung langjähriger Mitglieder, Wahl von Delegierten und Ehrengericht sowie der Beschluss des Jahreswirtschaftsplans 2017 standen ebenfalls auf der Tagesordnung.

 

Offen sei etwa, wie es beim Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag nach der Übernahme durch die NOZ-Mediengruppe weitergehe, so Arnold Petersen. „Da dürfte noch etwas kommen. Denn darum geht es ja bei Übernahmen: Es sollen Kosten und Stellen eingespart werden.“ Spielraum dafür gibt es nach Ansicht von anwesenden Kollegen des SHZ in der Redaktion nicht – und bisher zum Glück auch keine Anzeichen für entsprechende Pläne der Verlagsleitung. Fest steht aber, dass die Redaktionsarbeit allerorten noch dichter wird und auch der NDR mit weniger Personal auskommen will. Wobei der Rotstift dort vorerst nicht die Redaktion, sondern Technik und Verwaltung treffen soll.

 

Netzwerk-Treffen kommen gut an – Themen künftig vor Struktur

Gefordert wurde unser DJV-Landesverband in den vergangenen Monaten also nicht so sehr von außen als vielmehr von innen. Angestoßen durch die Diskussion auf Bundesbene und den Antrag des Fachausschusses Gleichstellung haben insbesondere Mechthild Mäsker und Andreas Olbertz intensive Überlegungen zu konstruktiven Veränderungen der Verbandsstruktur angestellt, die der Vorstand aufgegriffen hat. Neben verstärkter Zusammenarbeit mit anderen Landesverbänden im Norden geht es vor allem um die Fachausschüsse, deren Sparten-Einteilung – Zeitung, Rundfunk, Bild, Online – der crossmedialen Wirklichkeit nicht mehr gerecht wird. Sich künftig mehr an Themen zu orientieren, verspricht aus Sicht der Initiatoren frische Impulse und mehr Lebendigkeit. Arnold Petersen: „Im Mittelpunkt soll die Frage stehen: Welche Themen müssen oder wollen wir beackern und welche Struktur ist dafür sinnvoll – und nicht umgekehrt.“ Deshalb soll es Themenverantwortliche geben. „Die Themen können wir als Vorstand vorgeben, sie können aber genauso aus der Mitgliedschaft kommen.“ An den Arbeitsgruppen kann sich beteiligen, wer immer möchte. Stattgefunden hat bereits ein Netzwerk-Treffen, das die Onliner um Imke Schröder und Kilian Haller angestoßen haben. Bei den Rundfunkern gab es parallel eine Initiative von Sebastian Duden und Thomas Fenske. Weitere Treffen sind bereits geplant. Wer mehr wissen möchte oder ein Thema vorschlagen will, findet den Kontakt über die DJV-Geschäftsstelle in Kiel.

 

Jahresabschluss ohne Griff in die Rücklage

Das Haushaltsjahr 2016 schließt – dank geringer Rechtsschutzkosten – mit einem positiven Ergebnis, der von den Mitgliedern einstimmig beschlossene Wirtschaftsplan 2017 geht von ähnlichen Zahlen aus. Finanziell ist der DJV Schleswig-Holstein, nicht zuletzt dank der Strukturhilfe aller DJV-Landesverbände, also ebenfalls in relativ ruhigem Fahrwasser. Doch auch hier gilt die Einschränkung: noch. Gelingt es nicht, die Zahl der Mitglieder mindestens stabil zu halten, rutscht der Verband trotz weniger Ausgaben, beispielsweise für Veranstaltungen, absehbar in ein Defizit.

 

Langjährige Mitglieder geehrt

Einige der Mitglieder, die dem Verband seit vielen Jahren die Treue halten, nahmen persönlich ihre Urkunden entgegen. Dazu gehörten Werner Junge (Abteilungsleiter NDR, 40 Jahre Mitgliedschaft), Gerd Warda (selbständig mit einem Online-Portal, 40 Jahre), Mechthild Mäsker (Studioleiterin NDR, 25 Jahre), Frank Scheer (Redakteur KN, 25 Jahre) und Ulrich Schröder (Redakteur SHZ, 25 Jahre).

 

Wahl von Ehrengericht und Delegierten

Als Mitglieder des Ehrengerichts, das bei verbandsinternen Auseinandersetzungen aktiv wird, wurden gewählt: Mechthild Mäsker (Vorsitzende), Frank Lindscheid (stellvertretender Vorsitzender), Rolf Blase (Schriftführer), Brigitte Pleiss und Tanja Nissen (Beisitzerinnen), Martina Gawaz, Susanne Peyronnet und Christoph Ahlers (Ersatzmitglieder). Gewählte Delegierte zu den DJV-Verbandstagen 2017 und 2018 sind:  Lucie Kluth,  Imke Schröder und Andreas Olbertz, Ersatzdelegierte:  Kilian Haller, Heike Kruse und  Detlef Witt-Schleuer.

 

Sabine Spatzek