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17. April 2020

Coronakrise

Künstler und Freie stehen am Rand

Gerhart R. Baum, ehemaliger Bundesinnenminister, bricht eine Lanze für Solo-Selbstständige und wirft der Bundesregierung vor, zu wenig für Künstler und Freie zu tun. Recht hat er.

Gerhart R. Baum: Nationale Kraftanstrengung fehlt. Foto: privat

"Es ist ein Irrtum, die Kunst als eine beliebige Wirtschaftsbranche unter anderen zu sehen." Das schreibt Ex-Innenminister Gerhart R. Baum in einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel. Und weiter: "Sie haben selten feste Verträge, also keine Ansprüche auf Kurzarbeitergeld, und was sollen sie mit Krediten? Ein ausgefallenes Engagement lässt sich nicht nacharbeiten. Es fällt einfach weg. Sie sind jetzt auf Unterstützung angewiesen. Und diese gibt es nicht mehr. Der Arbeitsweise freischaffender Künstler wird Unterstützung durch Arbeitslosengeld nicht gerecht. Fazit: Es gibt im Moment so gut wie keinen Rettungsschirm speziell für Künstler."

 

Dabei wollte die Politik doch gerade den Freiberuflern helfen. In den zuständigen Ministerien setzte sich sogar die Erkenntnis durch, dass Kredite, zu welchen Konditionen auch immer, den Freelancern nicht helfen, sondern dass Zuschüsse her mussten. Und die Realität? Sieht düster aus, weshalb Baum vehement fordert: "Es fehlt eine nationale Kraftanstrengung, um Künstler und kulturelle Einrichtungen in die Zeiten nach Corona, in die Normalität hinüberzuretten. Gefordert ist ein spezieller Kulturnothilfefonds des Bundes, also ein temporärer kulturspezifischer Rettungsfonds, der die Lücken schließt, auch in Richtung auf die kulturellen Einrichtungen, der privaten wie der öffentlichen." Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner