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02. April 2020

Pressemitteilung

Schleswig-Holsteinischer Journalistenpreis 2019 verliehen – Beteiligung übertrifft alle Erwartungen

So interessant sind die Menschen zwischen Nord- und Ostsee

 

Kiel, 31. März 2020 – Großes Interesse zum kleinen Jubiläum: Mit über 50 Bewerbungen ist der Schleswig-Holsteinische Journalistenpreis 2019 im fünften Jahr seiner Auslobung auf die bisher größte Resonanz gestoßen. Leider musste die übliche feierliche Verleihung wegen der Coronavirus-Pandemie zunächst ausfallen. Die Urkunden wurden jetzt per Post verschickt.

Der 1. Preis ging an die freie Journalistin Esther Geißlinger für einen Artikel in der taz.  Den 2. Preis teilen sich Carsten Janz (NDR Schleswig-Holstein Magazin) und Jürgen Küppers (KN). Susanne Link (sh:z) erhielt den Nachwuchsförderpreis. Das Thema der Ausschreibung lautete: „Das Porträt – Interessante Menschen aus Schleswig-Holstein.“

„Dass wir interessante Menschen in Schleswig-Holstein haben, war uns klar. Wie interessant sie aber sind und wie viele von ihnen dazu zählen, das haben wir nicht geahnt“, freuen sich Reinhardt Hassenstein (Vorsitzender der Stiftung des Kieler Presse-Klubs) und Arnold Petersen (Vorsitzender des DJV Schleswig-Holstein) über das überwältigende Echo. Die Stiftung und der Deutsche Journalistenverband sind Träger des Preises, mit dem herausragende journalistische Arbeit in Schleswig-Holstein gewürdigt wird. Angesichts der Fülle der Beiträge und der oft hohen Qualität tat sich die fünfköpfige Jury mit der Auswahl diesmal besonders schwer. Der Qual der Wahl ist auch die Teilung des 2. Preises geschuldet. Die Bandbreite der eingereichten Porträts reichte von einem Mönch bis zu einer Bundeswehr-Rekrutin oder einem Tatortreiniger, von landespolitischer Prominenz über einen Theaterintendanten bis hin zu einem Einsiedler.

Esther Geißlinger erhielt den mit 2000 Euro dotierten 1. Preis für ihren Beitrag „Wahlkampf ganz unten“. Sie begleitete eine Kandidatin für das Bürgermeisteramt in Laboe durch die Höhen und Tiefen ihrer Werbetournee - vom ersten großen Auftritt bis zum enttäuschenden Wahlabend. Die Jury wertete die Arbeit als „gründlich recherchiert, kurzweilig erzählt, im Aufbau und im Stil journalistisch beispielhaft.“

Carsten Janz wurde für den Film „Gegen den Hass – Zeiten des Zorns“ ausgezeichnet. Er zeichnet  die Geschichte eines Mannes nach, der schon in der Jugend zur Gewalt neigt, Kopf einer Rockerband und schließlich einer der gefährlichsten Rechstextremisten Deutschlands wird. Heute

Sperrfrist: Donnerstag, 02. April 2020, 6.00 Uhr

arbeitet er als Anti-Gewalt-Trainer mit Jugendlichen. „Ebenso bedrückende wie Hoffnung machende Eindrücke, packend umgesetzt“, urteilte die Jury.

Jürgen Küppers überzeugte mit „Der Mann im Wald“, einem berührendem Porträt eines Mannes, der seit 20 Jahren in einem Zelt am Rande Kiels lebt. „Jürgen Küppers gelingt es, Vertrauen zu dem scheuen, empfindsamen Menschen aufzubauen, der das ausweglose Leben im Wald gewählt und dabei seine Würde bewahrt hat“, befand die Jury. Janz und Küppers teilen sich den mit 1000 Euro dotierten 2. Preis.

Susanne Link sicherte sich mit „Hanni ist auf der Schiene“ den Nachwuchspreis über 500 Euro, gestiftet von Prof. Dr. Jürgen Miethke. Die Volontärin knatterte mit einem Postschiffer auf dessen Lore zur Hallig Oland. Dabei spricht sie mit dem knorrigen Mann über das raue Leben im Wattenmeer, über die Herausforderungen der Natur und die Versuche der Politik, darauf Einfluss zu nehmen. „Gut beobachtet und treffend beschrieben“, entschied die Jury.

Die ausgezeichneten Beiträge finden sich in Kürze auf www.shjp.de. Das Thema des Wettbewerbs 2020 lautet: „Stresstest Coronavirus – wie die Pandemie ungeahnte Abwehrkräfte auch in Schleswig-Holstein mobilisiert“. Die Details der Ausschreibung folgen ebenfalls in Kürze. 

 

ViSdP: Bettina Neitzel, Geschäftsführerin