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„Es geht um den gesellschaftlichen Zusammenhalt“

Pressemitteilung - DJV Schleswig-Holstein fordert zum Tag der Pressefreiheit bessere Arbeitsbedingungen und mehr Medienbildung

03.05.2021

Zum heutigen Tag der Pressefreiheit warnt der DJV Schleswig-Holstein vor den gesellschaftlichen Folgen, wenn die klassischen Medien an Rückhalt in der Bevölkerung verlieren. „Der unabhängige Journalismus zählt zu den Grundpfeilern einer demokratischen Gesellschaft“, sagt der DJV-Landesvorsitzende Kai Dordowsky. „Werden Journalistinnen und Journalisten bei ihrer Arbeit behindert, schwächt das diesen Grundpfeiler.“ Der DJV fordert, in den Schulen anzusetzen und mit Medienbildung dazu beizutragen, dass junge Menschen zwischen Journalismus und Meinungsäußerungen auf sozialen Plattformen unterscheiden lernen.

 

Zwar steht Deutschland in der internationalen Rangliste der Pressefreiheit, die von „Reportern ohne Grenzen“ aufgestellt wird, weiter auf einem vergleichsweise guten Platz, dennoch nimmt die Zahl von verbalen oder gar körperlichen Angriffen auf Medienschaffende ständig zu. Beleidigungen im Netz oder Einschüchterungsversuche gehören in vielen Redaktionen inzwischen zum Tagesgeschäft. „Wir sehen in Schleswig-Holstein zum Glück kaum körperliche Übergriffe, und natürlich herrschen hier keine Verhältnisse wie in Ländern, in denen Journalisten gezielt ermordet oder angegriffen werden“, sagt Kai Dordowsky. „Dennoch leben wir nicht auf der Insel der Seligen. Wenn bei Demonstrationen oder im Netz gegen die angebliche Lügenpresse gehetzt wird oder unsere Kolleginnen und Kollegen als Teil der „Systemmedien“ angegriffen werden, leidet die Berichterstattung.“  Das treffe am Ende die Demonstrierenden selbst, deren Botschaften in den klassischen Medien nicht mehr stattfinden.

 

„Wenn gesellschaftliche Gruppen nur noch in ihren eigenen Blasen miteinander sprechen und die Medien als Ort des Austausch zwischen Gruppen ausfallen, bricht die Gesellschaft noch weiter auseinander“, warnt der DJV-Landesvorsitzende. Er appelliert auch an die Verlage und Rundfunkanstalten, für gute Arbeitsbedingungen zu sorgen: „Nur mit Qualitätsjournalismus können die klassischen Medien gegen die Content-Flut im Netz bestehen. Das gilt auch und gerade im lokalen und regionalen Umfeld.“

 

Aus Sicht des DJV sei es wichtig, die Jugendlichen, die mit dem Smartphone und seinen Kommunikationsmöglichkeiten aufwachsen, für den richtigen Umgang mit Informationen zu sensibilisieren. „Gerade angesichts der heutigen technischen Möglichkeiten ist es wichtig zu erkennen, welche Texte auf Recherche basieren und wo mit Fake News gearbeitet wird“, sagt Dordowsky. Projekte wie "Journalismus macht Schule" seien dafür ein wichtiger Baustein.

 

ViSdP: Esther Geißlinger

 

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